Beschreibung
Die Selbstlernstrecke ist ein digitales Lernangebot zur Förderung der Identitätsbildung und sexuellen Gesundheit. Der fachspezifische Fokus liegt auf einer wertfreien und sachorientierten Auseinandersetzung mit der körperlichen Entwicklung sowie der Reflexion gesellschaftlicher Rollenbilder.
Inhaltlich vermittelt das Angebot Wissen über die Pubertät, um das Körperbewusstsein der Lernenden zu stärken und schambesetzte Themen zu enttabuisieren. Ein wesentlicher Teilbereich widmet sich der Förderung von Urteils- und Kommunikationsfähigkeit: Die Schüler:innen lernen, Meinungen kritisch zu reflektieren, eine eigene Haltung zu entwickeln und eine neutrale Sprache im Kontext der Sexualität zu verwenden. Durch die Bearbeitung von Fallbeispielen wird zudem die Perspektivübernahme geschult, wodurch die Jugendlichen lernen, Herausforderungen im zwischenmenschlichen Bereich empathisch und lösungsorientiert zu begegnen.
Bestellungen im Marktplatz Lernapps können ausschließlich von Lehrpersonen getätigt werden, die zuvor im Bildungsportal durch die jeweilige Direktion freigeschaltet wurden.
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Informationen für Lehrende
Die Selbstlernstrecke ist darauf ausgelegt, Wissen nicht nur rein kognitiv zu vermitteln, sondern dieses in handlungsorientierte Kompetenzen zu übersetzen. Die Schüler:innen erwerben dabei sowohl fachspezifische biologische und gesundheitsbezogene Kenntnisse als auch überfachliche Fähigkeiten.
Fachliche Kompetenzen (Biologie und Gesundheitsbildung)
- Körperwissen und Reflexion: Die Lernenden entwickeln ein fundiertes Bewusstsein über die biologischen und emotionalen Entwicklungen des eigenen Körpers während der Pubertät. Sie können körperliche Veränderungen einordnen und dieses Wissen nutzen, um ein positives Selbstbild sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit aufzubauen.
- Sachliche Terminologie: Durch die Vermittlung und Anwendung einer korrekten, nicht wertenden Fachsprache gewinnen die Schüler:innen Sicherheit im Diskurs über Sexualität. Dies führt zum Abbau von Sprachlosigkeit und Schamgrenzen im fachlichen Kontext.
Übergreifende Kompetenzen (21st Century Skills)
- Kritisches Denken und Urteilskompetenz: Ein Kernaspekt der Lernstrecke ist die Befähigung, bestehende Meinungen, gesellschaftliche Rollenbilder und mediale Darstellungen kritisch zu hinterfragen. Die Schüler:innen lernen, Informationen zu bewerten und darauf basierend eine eigene, selbstbewusste Meinung zu bilden.
- Kommunikations- und Diskursfähigkeit: Die Lernenden erwerben die Kompetenz, über sensible Themen wertefrei und respektvoll zu sprechen. Sie lernen, eigene Bedürfnisse und Grenzen zu artikulieren und gleichzeitig die Grenzen anderer zu achten.
- Soziale Empathie und Perspektivübernahme: Durch die Auseinandersetzung mit Fallbeispielen und möglichen Erschwernissen im Bereich der Sexualität trainieren die Schüler:innen, sich in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen. Dies fördert ein tiefes Verständnis für Diversität und unterschiedliche Lebensrealitäten.
- Problemlösekompetenz und Resilienz: Die Lernstrecke vermittelt Strategien, um komplexe zwischenmenschliche Situationen oder Konflikte neutral und lösungsorientiert zu bewältigen. Dies stärkt die individuelle Handlungsfähigkeit in krisenhaften oder neuen sozialen Situationen.
Selbstkompetenz und Methodenkompetenz
- Selbstgesteuertes Lernen: Durch das Format der Selbstlernstrecke stärken die Schüler:innen ihre Fähigkeit, Lernprozesse eigenständig zu steuern, das eigene Lerntempo zu wählen und sich Inhalte individuell zu erschließen.
- Wertebildung: Über die reine Wissensvermittlung hinaus unterstützt die Lernstrecke die Entwicklung eines gefestigten Wertesystems, das auf Respekt, Toleranz und Selbstbestimmung basiert.
Die Selbstlernstrecke gliedert sich in vier Themenschwerpunkte, die aufeinander aufbauen und eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Identitäts- und Sexualitätsentwicklung ermöglichen.
- Körperliche Entwicklung und Pubertät (Wissen)
Dieser Schwerpunkt widmet sich der Vermittlung von fundiertem Basiswissen über die biologischen Veränderungen während der Pubertät. Im Fokus steht dabei nicht allein die Faktenvermittlung, sondern die Förderung eines positiven Körperbewusstseins. Die Schüler:innen lernen, die Diversität körperlicher Entwicklungen als normal zu begreifen, wodurch Schambesetzung abgebaut und die Akzeptanz des eigenen Körpers gestärkt wird.
- Werte, Normen und Identität (Werte)
In diesem Bereich setzen sich die Lernenden mit gesellschaftlichen Rollenbildern, Stereotypen und Schönheitsidealen auseinander. Ein wesentlicher Aspekt ist die Reflexion medialer Einflüsse auf das eigene Selbstbild. Die Schüler:innen werden angeregt, bestehende Normen kritisch zu hinterfragen, die Vielfalt von Lebensentwürfen und Identitäten (sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität) zu respektieren und ein eigenes, stabiles Wertesystem zu entwickeln.
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Kommunikation, Konsens und Grenzen (Wohlbefinden)
Hier liegt der Fokus auf der psychosozialen Gesundheit und der zwischenmenschlichen Interaktion. Die Lernstrecke thematisiert das Erkennen und Kommunizieren eigener Bedürfnisse sowie das Respektieren der Grenzen anderer. Ein zentraler Baustein ist die Vermittlung einer wertfreien Sprache und die Sensibilisierung für das Thema Konsens, um die Schüler:innen zu einem verantwortungsvollen und selbstbestimmten Handeln zu befähigen.
- Soziale Kompetenz und Prävention (Orientierung finden)
Der vierte Schwerpunkt trainiert die Handlungsfähigkeit in komplexen sozialen Situationen. Durch die Arbeit an Fallbeispielen lernen die Jugendlichen, Diskriminierung und Grenzüberschreitungen (auch im digitalen Raum) frühzeitig zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren. Die Vermittlung von rechtlichen Grundlagen und die Aufzeigung von Unterstützungssystemen in Österreich bieten den Schüler:innen eine klare Orientierung und stärken ihre Resilienz gegenüber negativen Einflüssen.