Beschreibung
Die Selbstlernstrecke ist ein digitales Lernangebot, das Schüler:innen die komplexen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Ökologie und globaler Gerechtigkeit vermittelt. Fachspezifisch fokussiert die Selbstlernstrecke auf die Analyse des ökologischen Fußabdrucks sowie die Auswirkungen verschiedener Ernährungsformen auf das Weltklima.
Die Lernenden setzen sich intensiv mit innovativen Produktionsverfahren wie Vertical Farming oder In-vitro-Fleisch auseinander. Ein zentraler fachlicher Aspekt ist die kritische Auseinandersetzung mit Lieferketten, Werbestrategien der Lebensmittelindustrie und ethischen Dilemmata im Kontext der Ressourcenschonung. Durch die Verknüpfung von wissenschaftlichen Fakten mit der persönlichen Lebensrealität lernen die Schüler:innen, zukunftsfähige Ernährungsmodelle zu evaluieren und praxisnahe Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Konsum zu entwickeln.
Bestellungen im Marktplatz Lernapps können ausschließlich von Lehrpersonen getätigt werden, die zuvor im Bildungsportal durch die jeweilige Direktion freigeschaltet wurden.
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Informationen für Lehrende
Fachliche Kompetenzen
Die Schüler:innen entwickeln ein Fachwissen in den Bereichen Biologie, Ökologie und Haushaltsökonomie:
- Analyse- und Erklärkompetenz: Sie können die komplexen Wirkungsmechanismen zwischen globalen Ernährungssystemen und dem Klimawandel erläutern. Dazu gehört das Verständnis für Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuche (Wasser, Boden) in der Lebensmittelproduktion.
- Fachspezifische Bewertungskompetenz: Die Lernenden sind in der Lage, ökologische und soziale Vor- und Nachteile verschiedener Ernährungsformen (z. B. pflanzenbasiert vs. tierisch) sowie innovativer Produktionsstätten (Vertical Farming, In-vitro-Labore) wissenschaftlich fundiert zu vergleichen.
- Anwendungsorientierte Sachkompetenz: Durch die Planung und Zubereitung eines gemeinsamen Essens auf Basis der erarbeiteten Ergebnisse transferieren sie theoretisches Wissen über saisonale und regionale Kreisläufe in die praktische Lebensführung.
Übergreifende Kompetenzen (21st Century Skills)
Neben den Fachinhalten fördert die LernSelbstlernstreckemaßgeblich die 4K-Kompetenzen:
- Kritisches Denken: Die Schüler:innen erwerben die Fähigkeit, Marketingstrategien und „Greenwashing“ in der Lebensmittelindustrie eigenständig zu entlarven. Sie hinterfragen Nährwertangaben und Lieferketten kritisch.
Kommunikations- und Diskursfähigkeit: Durch die Auseinandersetzung mit ethischen Dilemmata (z. B. Welternährung vs. Flächennutzung) lernen sie, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und fachlich fundierte Diskussionen über klimafreundliche Ernährung zu führen.
- Kollaborative Gestaltungskompetenz: Im Rahmen der gemeinsamen Visionsentwicklung für nachhaltige Ernährungssysteme arbeiten die Schüler:innen zusammen, um kollektive Lösungsansätze zu entwerfen.
- Kreativität und Innovationsgeist: Die Lernenden werden angeregt, kreative Ernährungspläne zu entwerfen, die technologische Innovationen (z. B. alternative Proteinquellen) mit Genuss und Nachhaltigkeit verbinden.
Persönliche und soziale Kompetenzen
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Selbstreflexionskompetenz. Die Schüler:innen werden befähigt, ihre eigenen Konsummuster zu bewerten und bewusste, gesundheitsfördernde sowie ethisch vertretbare Kaufentscheidungen zu treffen. Durch das Verständnis globaler Ressourcenverteilung und Prinzipien des Fairen Handels entwickeln sie zudem eine globale Verantwortungs- und Sozialkompetenz, die sie zu einer aktiven Mitgestaltung einer gerechteren Zukunft motiviert.
Die Selbstlernstrecke ist modular aufgebaut und führt die Schüler:innen durch eine logisch aufeinander aufbauende Lernreise. Die thematischen Schwerpunkte sind so gewählt, dass sie sowohl naturwissenschaftliche Grundlagen als auch gesellschaftspolitische und lebenspraktische Dimensionen der Ernährung abdecken.
Die globale Perspektive: Ernährung, Klima und planetare Grenzen
Im Zentrum dieses Schwerpunktes steht das Verständnis der Ernährung als einer der größten Hebel für den globalen Klimaschutz.
- Der ökologische Fußabdruck: Die Schüler:innen analysieren die CO2-Bilanz, den Wasserverbrauch und den Flächenbedarf verschiedener Lebensmittelgruppen. Sie lernen, warum die Produktion tierischer Erzeugnisse ressourcenintensiver ist als die pflanzlicher Alternativen.
- Systemische Zusammenhänge: Es wird aufgezeigt, wie landwirtschaftliche Praktiken mit dem Verlust von Biodiversität, der Bodenverschlechterung und der Erwärmung der Atmosphäre verknüpft sind. Die Lernenden begreifen Ernährung hierbei nicht als isolierte Entscheidung, sondern als Teil eines globalen ökologischen Systems.
Innovationen und Technologien: Die Produktion der Zukunft
Dieser Bereich widmet sich der Frage, wie eine wachsende Weltbevölkerung unter den Bedingungen des Klimawandels satt werden kann.
- Technologische Lösungsansätze: Die Lernenden setzen sich kritisch mit Konzepten wie Vertical Farming und Hydroponik auseinander, um die Möglichkeiten der urbanen, platzsparenden Landwirtschaft zu bewerten.
Neuartige Lebensmittel (Novel Food): Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung und Bewertung von Alternativen zur konventionellen Fleischproduktion. Dazu zählen Insekten als Proteinquelle, Algenkulturen sowie die biotechnologische Herstellung von In-vitro-Fleisch (Laborfleisch). Hierbei werden sowohl die technischen Hürden als auch die ethischen Implikationen beleuchtet.
Konsumkritik, Medienkompetenz und Marktwirtschaft In diesem Teilbereich werden die Schüler:innen als mündige Akteur:innen im Wirtschaftssystem angesprochen.
Dekonstruktion von Marketing: Die Lernstrecke bietet Werkzeuge, um Werbestrategien der Lebensmittelindustrie zu durchschauen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entlarvung von „Greenwashing“ – also der irreführenden Darstellung von Produkten als besonders umweltfreundlich.
- Informationskompetenz: Die Schüler:innen lernen, Nährwerttabellen, Inhaltsstoffe und Gütesiegel (z. B. Bio, Fair Trade, Nutri-Score) fachlich korrekt zu interpretieren, um über die reine emotionale Werbebotschaft hinauszublicken.
Ethik, Gerechtigkeit und Soziale Verantwortung
Ernährung wird hier als ethisches Handlungsfeld begriffen.
- Globale Gerechtigkeit: Die Lernenden setzen sich mit den Prinzipien des Fairen Handels und der ungleichen Verteilung von Nahrungsmitteln weltweit auseinander.
- Ethische Dilemmata: Themen wie Tierwohl vs. billige Lebensmittelpreise oder Exportwirtschaft vs. regionale Ernährungssouveränität werden diskutiert, um die Ambiguitätstoleranz und die ethische Urteilsbildung der Schüler:innen zu schärfen.
Handlungsebene: Vom Wissen zum Tun (Empowerment)
Der abschließende Schwerpunkt überführt die gewonnenen Erkenntnisse in die Lebenswelt der Schüler:innen.
- Zukunftsfähige Ernährungsplanung: Die Lernenden entwerfen eigene Ernährungspläne, die Kriterien wie Saisonalität, Regionalität und pflanzliche Dominanz berücksichtigen, ohne den Aspekt des Genusses zu vernachlässigen.
- Praktische Umsetzung: Die konkrete Planung und Vorbereitung eines nachhaltigen Gemeinschaftsessens dient als Reallabor, in dem die Schüler:innen Selbstwirksamkeit erfahren und lernen, wie sie ihre Visionen einer nachhaltigen Zukunft im Kleinen realisieren können.
Durch diese breite thematische Fächerung stellt die LernSelbstlernstrecke sicher, dass die Schüler:innen nicht nur isoliertes Wissen anhäufen, sondern ein tiefes Verständnis für die Transformation unserer Ernährungskultur entwickeln.