Beschreibung
Die Selbstlernstrecke thematisiert die ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen der Fast-Fashion-Industrie. Der fachspezifische Fokus liegt auf der Analyse globaler Lieferketten, den Arbeitsbedingungen in Textilfabriken sowie der kritischen Auseinandersetzung mit modernen Ausbeutungsformen im Vergleich zu historischen Strukturen.
Ein zentraler Bestandteil ist die Untersuchung von Marketingmechanismen: Die Schüler:innen analysieren die Rolle von Influencer:innen und Social Media bei der Förderung von Überkonsum. Die Lernstrecke kombiniert ökonomische Bildung mit ethischer Reflexion, indem sie die Lernenden befähigt, Werbestrategien zu dekonstruieren und das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen. Ziel ist die Förderung der Urteilskraft sowie die Entwicklung handlungsorientierter Strategien für einen sozialbewussten Konsum.
Bestellungen im Marktplatz Lernapps können ausschließlich von Lehrpersonen getätigt werden, die zuvor im Bildungsportal durch die jeweilige Direktion freigeschaltet wurden.
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Informationen für Lehrende
Die Selbstlernstrecke ermöglicht den Erwerb differenzierter Kompetenzen, die die Schüler:innen befähigen, als informierte und verantwortungsbewusste Akteur:innen in einer globalisierten Welt zu agieren.
Fachliche Kompetenzen:
- Ökonomische Sachkompetenz: Die Schüler:innen erwerben fundiertes Wissen über die Mechanismen der globalen Textilindustrie. Sie benennen die Merkmale von Fast Fashion und verstehen die Struktur globaler Lieferketten sowie die damit verbundenen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken.
- Analyse- und Urteilskompetenz: Durch den Vergleich zwischen historischer Sklaverei und modernen Ausbeutungsformen entwickeln die Lernenden die Fähigkeit, strukturelle Ungerechtigkeiten einzuordnen. Sie bewerten sozioökonomische Auswirkungen und dekonstruieren die Werbestrategien von Konzernen sowie den Einfluss von Influencer:innen.
- Methodenkompetenz: Im Rahmen des selbstgesteuerten Lernens nutzen die Schüler:innen digitale Medien investigativ, um komplexe Sachverhalte zu recherchieren und eigenständig aufzubereiten.
Übergreifende Kompetenzen (21st Century Skills):
- Kritisches Denken: Die Lernenden reflektieren ihr eigenes (Mode-)Konsumverhalten und die psychologischen Wirkmechanismen von Social Media. Sie hinterfragen aktiv vorgegebene Narrative der Werbeindustrie.
- Digitale Souveränität: Die Schüler:innen stärken ihre Medienkompetenz, indem sie die Rolle digitaler Plattformen bei der Entstehung von Konsumtrends analysieren und einen kritischen Umgang mit medialen Vorbildern (Influencer:innen) erlernen.
- Soziale und ethische Kompetenz: Ein wesentlicher Kompetenzerwerb liegt in der Empathiebildung für Menschen in prekären Produktionsverhältnissen. Die Schüler:innen erkennen die globale Tragweite individueller Entscheidungen und entwickeln Verantwortungsbewusstsein für Menschenrechte.
- Handlungskompetenz (Kreativität & Gestaltung): Die Lernenden verharren nicht in der Problemanalyse, sondern entwickeln aktiv Strategien für ein sozialbewusstes Konsumverhalten. Sie werden befähigt, konkrete Handlungsalternativen für ihren Alltag zu entwerfen und deren gesellschaftliche Auswirkungen zu reflektieren.
Die Selbstlernstrecke ist modular aufgebaut und verknüpft globale ökonomische Zusammenhänge mit der lebensweltlichen Realität der Schüler:innen. Die inhaltliche Struktur gliedert sich in folgende Schwerpunkte:
1. Anatomie der Fast-Fashion-Industrie In diesem Modul werden die ökonomischen Grundlagen des Geschäftsmodells „Fast Fashion“ vermittelt. Die Schüler:innen erarbeiten die wesentlichen Merkmale (kurze Produktionszyklen, Niedrigpreisstrategien, Trends) und setzen sich mit den globalen Verflechtungen der Textilproduktion auseinander.
2. Menschenrechte und Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette Der Fokus liegt hier auf der ethischen Dimension der Modeindustrie. Die Lernenden untersuchen die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken (z. B. Sicherheit am Arbeitsplatz, Entlohnung) und analysieren sozioökonomische Auswirkungen auf die Produktionsländer. Ein historischer Längsschnitt ermöglicht es, Parallelen zwischen historischer Sklaverei und modernen Formen der Ausbeutung und Abhängigkeit zu ziehen.
3. Psychologie des Konsums: Social Media und Influencer-Marketing Dieser Schwerpunkt adressiert die digitale Souveränität. Die Schüler:innen analysieren die Werbestrategien von Modekonzernen und reflektieren kritisch die Rolle von Influencer:innen. Es wird untersucht, wie soziale Medien das eigene Konsumverhalten steuern und welche psychologischen Mechanismen hinter dem ständigen Drang nach neuer Kleidung stehen.
4. Transformation zum bewussten Konsum (Empowerment) Das abschließende Modul transformiert das erworbene Wissen in Handlungsoptionen. Die Schüler:innen reflektieren ihren eigenen ökologischen und sozialen Fußabdruck. Sie entwickeln eigenständig Strategien für einen nachhaltigen und sozialbewussten Konsum (z. B. Secondhand, Siegelkunde, Langlebigkeit) und erkennen ihre Wirksamkeit als verantwortungsvolle Akteur:innen in der Gesellschaft.