Lernstrecken Stifung für Wirtschaftsbildung » Lernstrecke Wirtschaftsstandort Österreich (Stiftung für Wirtschaftsbildung)

Unterrichts­gegenstand
Geographie und wirtschaftliche Bildung
Schulstufen
7

Beschreibung

Die vorliegende Lernstrecke vermittelt Schülerinnen und Schülern der 7. Schulstufe die komplexen Wirkungsgefüge des Wirtschaftsstandortes Österreich. Fachspezifisch fokussiert die Lernstrecke auf das Kennenlernen von Standortfaktoren sowie das Verständnis unterschiedlicher Bedürfnisse von Unternehmen und die Entstehung von Wirtschaftsregionen. Die Schüler/innen durchdringen ökonomische Kernkonzepte wie die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage, Konjunkturphasen sowie das österreichische Steuersystem.
Ein wesentlicher Teilbereich widmet sich der kritischen Auseinandersetzung mit volkswirtschaftlichen Kennzahlen: Neben dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) werden alternative Wohlstandsindikatoren wie der HDI oder der Glücksindex erarbeitet, um die Grenzen quantitativen Wachstums aufzuzeigen. Zudem werden die Bedeutung von Innovation sowie die globalen Verflechtungen durch Import und Export thematisiert.
Ziel ist die Entwicklung der Lernenden zu mündigen Wirtschaftsbürger/innen.

Anbieter
lörn Lernplattform GmbH
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€ 4,00/Schüler
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Informationen für Lehrende

Die Lernstrecke „Wirtschaftsstandort Österreich“ ist als kompetenzorientiertes Bildungsangebot konzipiert, das den Schülerinnen und Schülern der 7. Schulstufe ermöglicht, sowohl fachspezifisches Wissen als auch übergeordnete kognitive und methodische Fähigkeiten zu erwerben.

1. Fachliche Kompetenzen (Bezug: Lehrplan Geografie und wirtschaftliche Bildung)
Durch die Bearbeitung der Lernstrecke entwickeln die Schüler/innen eine fundierte ökonomische Analyse- und Urteilskompetenz. Im Einzelnen werden folgende fachliche Kompetenzen erworben:
- Standortanalyse und Standortfaktoren: Die Schüler/innen können den Begriff „Wirtschaftsstandort“ definieren und wesentliche Standortfaktoren identifizieren. Sie erwerben die Fähigkeit, die Bedeutung dieser Faktoren aus Sicht verschiedener Unternehmen zu bewerten und deren Einfluss auf die Ansiedlung von Betrieben zu erklären.
- Verständnis ökonomischer Indikatoren: Die Lernenden können zentrale Kennzahlen wie das BIP, die Arbeitslosenquote und die Inflation einordnen. Sie erwerben zudem die Kompetenz, die Grenzen rein quantitativer Messgrößen zu erkennen, indem sie alternative Indikatoren (z. B. HDI, Glücksindex) zur Bewertung von Wohlstand heranziehen.
- Einsicht in markt- und staatswirtschaftliche Prozesse: Die Schüler/innen verstehen die Mechanismen der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage. Sie erwerben Wissen über das österreichische Steuersystem und können die Funktion von Steuern für das Gemeinwesen sowie den Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn erläutern.
- Globale Vernetzung und Innovation: Die Kompetenz, die Rolle von Import, Export und Logistik im Welthandel zu verstehen, ermöglicht es den Schüler/innen, die Außenhandelsverflechtungen Österreichs und die Bedeutung von Innovation als Motor für den Standort zu bewerten.

2. Übergreifende Kompetenzen (Bezug: Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucher/innenbildung)
Die Lernstrecke fördert gezielt die im Lehrplan verankerten übergreifenden Kompetenzziele der Sekundarstufe I:
- Reflexions- und Orientierungskompetenz: Die Schüler/innen lernen, ökonomische Phänomene nicht isoliert, sondern als Teil eines dynamischen Wirkungsgefüges zu betrachten. Sie erkennen Zielkonflikte zwischen Wirtschaft, Mensch und Umwelt und werden befähigt, ihr eigenes wirtschaftliches Handeln anhand von Kriterien der Nachhaltigkeit und sozialen Verträglichkeit zu reflektieren.
- Handlungskompetenz als Wirtschaftsbürger/innen: Durch die Auseinandersetzung mit den Aufgaben von Unternehmen und des Staates entwickeln die Lernenden ein Verständnis für ihre Rechte und Pflichten innerhalb des Wirtschaftskreislaufs. Sie werden darauf vorbereitet, zukünftig als mündige Konsument/innen und Erwerbstätige verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
- Selbstregulationskompetenz: Da die Lernstrecke auf Micro-Learning und individueller Lernautonomie basiert, stärken die Schüler/innen ihre Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen. Sie übernehmen Verantwortung für ihren Lernfortschritt, wählen Schwerpunkte eigenständig und reflektieren ihre Ergebnisse metakognitiv.
- Vernetztes Denken (Multiperspektivität): Die Lernenden erwerben die Kompetenz, wirtschaftliche Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln (ökonomisch, ökologisch, gesellschaftlich) zu bewerten. Sie verstehen, wie Infrastrukturimpulse und demografische Veränderungen die eigene Lebenswelt und Region unmittelbar transformieren.

Die Lernstrecke „Wirtschaftsstandort Österreich“ ist modular strukturiert und deckt vier zentrale Themenfelder ab, die den Schüler/innen ein ganzheitliches Verständnis ökonomischer Prozesse ermöglichen:

1. Der Standort und seine Rahmenbedingungen
Im Zentrum steht die Definition und Identifikation von Standortfaktoren. Die Schüler/innen analysieren, welche Bedürfnisse unterschiedliche Unternehmen haben und wie Standortfaktoren die Ansiedlung von Betrieben beeinflussen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedeutung österreichischer Unternehmen für die regionale Entwicklung sowie auf den daraus resultierenden Impulsen für die Infrastruktur und demografische Strukturen.

2. Wirtschaftliche Dynamik und Marktmechanismen
Dieser Schwerpunkt vermittelt die Grundlagen der Preisbildung durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Die Schüler/innen setzen sich mit Herstellkosten als Preisbasis auseinander und lernen die Phasen der Konjunktur kennen. Ergänzend wird die Rolle der Innovation als radikaler oder inkrementeller Erneuerungsprozess thematisiert, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu verstehen.

3. Staat, Steuern und sozialer Wohlstand
Die Lernstrecke führt in das österreichische Steuersystem ein (u. a. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, KESt, KÖSt) und vermittelt den Unterschied zwischen Brutto- und Nettoentgelten. Ein wesentlicher Teil der inhaltlichen Arbeit widmet sich der Messung von Wohlstand. Dabei werden das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kritisch hinterfragt und alternative Kennzahlen wie der Human Development Index (HDI) oder der Happy Planet Index als ergänzende Maßstäbe für Lebensqualität eingeführt.

4. Globale Vernetzung und Nachhaltigkeit
Die Schüler/innen untersuchen die Bedeutung von Import, Export und Logistik für den österreichischen Wohlstand. Ein integraler Bestandteil ist die Reflexion von Zielkonflikten zwischen wirtschaftlichem Wachstum, gesellschaftlichen Bedürfnissen und ökologischen Erfordernissen. Hierbei wird der Wirtschaftsstandort nicht als statisches Gebilde, sondern als gestaltbares System begriffen, das ein verantwortungsvolles Handeln aller Akteur/innen erfordert.